Friedrichswerdersche Kirche: Keine Risse durch Baumaßnahmen

Schinkelplatz Berlin

FRANKONIA Eurobau baut in unmittelbarer Nachbarschaft zur Friedrichswerderschen Kirche von Karl. F. Schinkel am Schinkelplatz. Der Neubau entsteht zwischen Kirche und Bauakademie – Vis-à-vis dem Berliner Stadtschloss. Die Niederlagstraße und ein Bürgersteig trennen die bebaubare Fläche vom Baudenkmal. In den städtischen Verordnungen wurde, unter Berücksichtigung von technischen, gestalterischen und sozialen Aspekten, der Abstand zur Kirche entsprechend der historischen Vorlagen definiert. Das Projekt wird nach dem festgelegtem Bebauungsplan errichtet und alle Genehmigungen liegen vor. Von der Kirche und einem Sachverständigen wurde bestätigt, dass die jetzt sichtbaren Risse entweder durch Temperaturschwankungen ausgelöst wurden oder auf mangelhafte Restaurierungsarbeiten zurückzuführen sind.

In der Vergangenheit kam es durch ein Bauprojekt westlich der Kirche zu neuen umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen für den Schinkelbau. Auf der westlichen Seite trennt keine Straße das Baugrundstück von der Kirche. Somit entstand der Neubau – anders als bei dem Gebäude der Frankonia – unmittelbar an der Kirche. Die Frankonia hat vor dem Baubeginn an der Kirche hochsensible Messsysteme zur Überwachung des Denkmals installiert und eine Melde- und Alarmkette eingerichtet, die bei Überschreiten der Schwellen- und Alarmwerte zum unverzüglichen Stop der Bauarbeiten führt. Die Messinstrumente der Frankonia ergänzen die vorhanden staatlichen Instrumente. Somit werden mögliche Auswirkungen der Baumaßnahmen doppelt erfasst, bewertet und ausgewertet. Darüber hinaus besichtigen geprüfte Sachverständige täglich die Kirche, um sicherzustellen, dass kleine Risse sofort erfasst und analysiert werden. Der erbetene Zutritt wurde von der Kirchengemeinde und Stiftung genehmigt. Kein anderes historisches Bauwerk in Berlin unterliegt solchen Sicherheitsmaßnahmen. Die Früherkennung, bevor ein möglicher Schaden entstehen kann, steht im Zentrum aller Maßnahmen und im Interesse aller.

Die installierten Messsysteme und Protokolle erbringen täglich den Beweis dafür, dass die intensiven Vorbereitungen der richtige Weg war. Bislang hat keines der hochsensiblen Systeme einen Alarm ausgelöst. Die Frankonia hat bereits die aufwendigen Schlitzwandarbeiten abgeschlossen. Auf der Grundlage eines technisch hoch optimierten Baugrubenkonzeptes – in Zusammenarbeit mit den Denkmalbehörden und in Abstimmung mit der Kirchengemeinde – wurden die Schlitzwände 15 m tief montiert. Damit unterscheidet sich das Baugrubenkonzept der Frankonia von dem auf der westlichen Seite. Die Schlitzwände zur Sicherung des Untergrund und zur Abschirmung von Schwingungen im Boden sind deutlich stabiler und tiefer. In einem nächsten Schritt wird jetzt die Baugrubensohle im Hochdruckinjektionsverfahren bis Ende März erstellt. Der Vorteil dieses Verfahrens ist, dass mit einem relativ kleinen Bohrgestänge (Durchmesser ca. 15 cm) im Boden größere Verfestigungskörper hergestellt werden können. Das Verfahren ist besonders schonend für die umliegenden Gebäude oder bei Nachgründungen, weshalb es bei Baudenkmälern eingesetzt wird z. B. Gemäldegalerie Berlin, Palais Leopold München, E.T.A. Hoffmann Theater Bamberg. Im Rahmen der staatlichen Fürsorge und von Seiten der Frankonia werden alle technischen Maßnahmen zum Schutz der Kirche eingesetzt.

26. Februar 2016