Bauvorhaben am Berliner Schinkelplatz

Nachbarschaftsvereinbarung unterzeichnet

Die Evangelische Kirchengemeinde in der Friedrichstadt und die Frankonia Eurobau haben eine Nachbarschaftsvereinbarung unterzeichnet. Die Nachbarschaftsvereinbarung dient dem bestmöglichen Schutz der Friedrichswerderschen Kirche am Schinkelplatz in Berlin-Mitte. „Es hat oberste Priorität, dass Schäden an der Kirche im Rahmen der Bautätigkeit vermieden werden“, sagt Pfarrer Stephan Frielinghaus, der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates von der Kirchengemeinde. Darüber hinaus bezweckt die Nachbarschaftsvereinbarung, dass alle Beteiligten im gegenseitigen Einvernehmen mit dem Ziel konsequenter Schadensvorbeugung agieren.

Die nun geschlossene Nachbarschaftsvereinbarung regelt zahlreiche Maßnahmen zum Schutze der Kirche. So werden kontinuierlich Messungen während der Bauarbeiten vorgenommen. Dazu wurden drei unterschiedliche Messsysteme installiert und darüber hinaus ein Alarmierungsablauf entwickelt. „Wenn bestimmte Alarm- und Schwellenwerte überschritten werden, so werden die Bauarbeiten sofort gestoppt“, sagt Uwe Schmitz, Vorstand der Frankonia Eurobau. Das Auftreten von Schäden soll damit verhindert werden.

Durch die Untere Denkmalschutzbehörde des Bezirksamtes Mitte von Berlin wurde dazu im Einvernehmen mit dem Landesdenkmalamt ein denkmalrechtlicher Bescheid erlassen und Kontrollpflichten und –rechte der Beteiligten festgelegt. Damit wird Prognosen Sachverständiger Rechnung getragen, denen zu Folge geringfügige Schäden auftreten können, die jedoch die Standfestigkeit des Kirchgebäudes nicht gefährden werden und zum Ende der Baumaßnahmen ausgebessert werden.

Auch deshalb werden Sachverständige bis zum Abschluss des Bauprojektes die Kirche arbeitstäglich begehen. Damit soll sichergestellt werden, dass kleinste Veränderungen auch sofort visuell erfasst werden. Die Kirchengemeinde und die Stiftung gewähren dazu den Experten und Sachverständigen den Zutritt zur Kirche.

Frankonia Eurobau hatte schon im Vorfeld ein technisch hoch optimiertes Baugrubenkonzept in Zusammenarbeit mit den Denkmalbehörden und in Abstimmung mit der Kirchengemeinde erarbeitet. Dieses Baugrubenkonzept für das genehmigte und einem festgesetzten städtischen Bebauungsplan entsprechende Bauvorhaben unterscheidet sich wesentlich vom ursprünglichen Tiefbau der westlichen Bebauung. „Die Bauarbeiten sind deutlich erschütterungsärmer und die Schlitzwände zur Sicherung des Untergrundes sind deutlich stabiler als auf der Westseite der Kirche“, erklärt Schmitz.

4. April 2016