Einheitsdenkmal endgültig vom Bundestag beschlossen





Auf der Schlossfreiheit, vor dem Eosanderportal an der Westseite des Berliner Stadtschlosses, am Ufer des Spreekanals und vis à vis dem Schinkelplatz wird nun doch das Freiheits- und Einheitsdenkmal entstehen. Es soll sowohl Rückblick als auch Anstoß sein, den demokratischen Aufbruch fortzusetzen und Demokratie und Einheit zu festigen. Das Denkmal wird nach dem Entwurf von Milla&Partner errichtet und trägt den Titel „Bürger in Bewegung“: Dabei handelt es sich um eine 50 Meter lange, begehbare Schale. Diese soll an die friedliche Revolution von 1989 und die Wiedervereinigung 1990 erinnern. Am 2. Juni hat der Bundestag die Errichtung des Denkmals beschlossen. Die Einweihung soll im Herbst 2019 sein – am 30. Jahrestag des Mauerfalls.(Quelle: https://www.rbb-online.de/politik/beitrag/2017/06/einheitsdenkmal-berlin-bundestag.html)



Einheitsdenkmal soll gebaut werden

Bundestag beschließt Bau der "Einheitswippe" bis 2019

02.06.17 | 09:21 Uhr

Wippe? Waage? Oder doch eine Schale? Hauptsache dafür, hieß es bereits am Donnerstag aus dem Bundestag. In der Nacht zu Freitag stimmten die Abgeordneten mit großer Mehrheit dafür, das lang geplante Einheitsdenkmal vor dem Berliner Schloss nun doch zu errichten. Der Bundestag hat sich mit klarer Mehrheit zum Bau des Einheitsdenkmals in Berlin bekannt.

Nach einem beispiellosen Hin und Her soll das Freiheits- und Einheitsdenkmal nun doch gebaut werden. Der Bundestag forderte in der Nacht zum Freitag, das seit Jahren geplante Projekt noch vor der Bundestagswahl im Herbst auf den Weg zu bringen. Einweihung soll im Herbst 2019 sein - am 30. Jahrestag des Mauerfalls. Die Grünen unterstützten einen entsprechenden Antrag von Union und SPD. Nur die Linken stimmten dagegen. Das Plenum hob damit einen Beschluss des Haushaltsausschusses vom vergangenen April auf, der das Projekt wegen einer Kostensteigerung von 10 auf 15 Millionen Euro gestoppt hatte.

Erinnerung an die Friedliche Revolution in der DDR 1989

Geplant ist nach dem bisherigen Verfahren eine große begehbare Waage vor dem Berliner Schloss. Unter dem Motto "Bürger in Bewegung" soll sie an die Friedliche Revolution in der DDR 1989 und die Wiedergewinnung der Deutschen Einheit erinnern. Die Wettbewerbssieger Milla Partner aus Stuttgart reagierten erfreut auf die Entscheidung. "Nach einem Jahr der Ungewissheit sind wir froh, das vor sieben Jahren begonnene und seit bald zwei Jahren baureife Werk nun umsetzen zu können", erklärten Geschäftsführer Johannes Milla und Architekt Sebastian Letz.

Mittel sollen gegebenenfalls aufgestockt werden

Der Bundestag forderte in der Entscheidung vom Freitag, die Plenarbeschlüsse zur Errichtung des Denkmals aus den Jahren 2007 und 2008 "konsequent" umzusetzen. Die ursprünglich bewilligten Mittel von zehn Millionen Euro sollten gegebenenfalls aufgestockt werden, hieß es. Die Entscheidung damals sei "richtig und wichtig" gewesen, sagte die SPD-Abgeordnete Hiltrud Lotze. Die folgende Debatte habe gezeigt, worum es wirklich gehe - den Mut der Ostdeutschen zur Überwindung der SED-Diktatur zu würdigen. Der CDU-Abgeordnete Marco Wanderwitz sagte: "Das Freiheits- und Einheitsdenkmal darf und wird nicht an der Finanzierung scheitern. Wir wollen bauen." Die Linken kritisierten besonders den geplanten Standort auf dem Sockel des früheren Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmals vor dem Berliner Schloss. Das Vorhaben habe kaum Akzeptanz in der Öffentlichkeit, sagte die Linken-Abgeordnete Sigrid Hubach.

Projekt durch Gezerre schon jetzt beschädigt

Berliner Landespolitiker haben unterschiedlich auf den Bundestagsbeschluss zum Bau des Einheitsdenkmals reagiert. Die Vorsitzende des Kulturausschusses im Abgeordnetenhaus, Sabine Bangert (Bü90/Die Grünen), sagte dem rbb, durch das politische Gezerre sei das Projekt schon jetzt beschädigt. Sie kritisierte, dass die Bürger weder an der Debatte noch an der Entscheidung beteiligt wurden. Der FDP-Kulturexperte Florian Kluckert begrüßte, dass sich der Bundestag zum Bau des Denkmals bekannt hat. Es wäre aber besser, es in der Nähe des Brandenburger Tors zu errichten anstatt wie geplant vor dem Stadtschloss.

(Quelle: https://www.rbb-online.de/politik/beitrag/2017/06/einheitsdenkmal-berlin-bundestag.html)




06. Juni 2017